Martina Haacke: „Vom Herzen bin ich Bauingenieurin.“

Shownotes

Für die aktuelle Folge von „Zukunft Orange“ waren wir in der Nähe von Bremen zu Gast bei Martina Haacke, technische Bereichsleiterin bei STRABAG Umwelttechnik. Im Podcast spricht sie über ihren Weg in eine männerdominierte Branche, über Führung auf Augenhöhe und darüber, warum sie sich trotz aller Hürden immer wieder bewusst für ihren Beruf entschieden hat.

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Zukunft Orange, der Ideen-Expo-Podcast. Zukunft Orange, heute aus Bremen oder aus der Nähe von Bremen. Wir sind zu Gast bei Martina Hacke. Sie ist Bauingenieurin, Führungskraft und heute Bereichsleiterin bei der Strabag für Norddeutschland. Martina, schön, dass du da bist. Ja, vielen Dank für die Einladung. Jetzt habe ich ja gerade schon mal so ein paar Stichpunkte genannt, aber ich glaube, du kannst dich selber ja noch viel besser vorstellen. Blitzporträt. Was ihr über mich wissen solltet. Ja, sehr gerne. Also mein Name ist Martina Hacke. Ich bin 43 Jahre alt. Ich bin verheiratet. Ich habe Kinder, die sind sechs und acht. Und ich bin geboren und aufgewachsen in der Nähe von Karlsruhe, habe dort auch Bau und Schönwesen studiert an der Technischen Hochschule, habe dann dort in Süddeutschland fünf Jahre als Bauleiterin gearbeitet, bin dann für zwei Jahre in die Schweiz gegangen für ein Projekt, bin dann vor 14 Jahren zur Strabag Umwelttechnik nach Bremen gekommen, habe als Bauleiterin hier gearbeitet, habe dann 2017 unsere erste Tochter bekommen und dann habe ich den Weg ins Büro gefunden, habe gesagt, okay, gut, mit Kind macht man mal etwas, was nicht auf der Baustelle stattfindet, weil im technischen Controlling. Bin dann, als unsere zweite Tochter geboren worden ist, 2020, habe ich in die kaufmännische Gruppenleitung gewechselt und bin vor zwei Jahren ins Management eingestiegen. Ich war kaufmännische Bereichsleiterin bei der Streiberg Umwelttechnik für den Bereich Nord und bin seit diesem Jahr 1.1.2026 technische Bereichsleiterin. Ja, dann Glückwunsch auf jeden Fall nochmal. Ja, danke. Ich habe jetzt ja gerade schon mal so ein paar Stichpunkte genannt. Bauingenieurin, Führungskraft, Bereichsleitung. Was davon beschreibt dich denn so am besten oder womit identifizierst du dich so am meisten? Was bist du am meisten du? Also am meisten ich bin natürlich Bauingenieur, das ist klar. Die anderen beiden Aspekte kamen natürlich jetzt erst die letzten Jahre und beschreiben mich zwar heute aktuell vielleicht ein bisschen besser, aber vom Herzen bin ich Bauingenieur. Wir werfen jetzt mal so einen kleinen Blick zurück und die folgende Kategorie heißt so. Der Startschuss. Hier ist quasi so ein bisschen selbsterklärend. Du hast gerade schon mal grob deinen Lebenslauf einmal so ein bisschen zusammengefasst. Aber wie hat denn das Ganze bei dir angefangen? Also woher kam so diese ursprüngliche Begeisterung? Wie genau ging das bei dir los? Es war eigentlich die Begeisterung, dass ich was erschaffen wollte. Das war irgendwie so mein Thema. Ich wollte irgendwie auch kreativ sein. Ich wollte was entwerfen. Und deswegen habe ich mich zuerst für ein Architekturstudium eingeschrieben. Und tatsächlich noch im Vorpraktikum war dann aber mit den Gesprächen mit dem Architekten, mit dem Bauingenieur, die beide zu mir gesagt haben, Bist du denn nicht gut in Mathe? Und ich so, doch, ich bin gut in Mathe. Ja, dann mach mal lieber Bauingenieur, da hast du viel mehr Möglichkeiten. Und dann habe ich mich tatsächlich in letzter Sekunde nochmal umgeschrieben in Bauingenieurwesen. Und war dann auch von Anfang an die richtige Wahl für dich? Oder hast du dich auch mal so ein bisschen dann so durchgequält und dann gemerkt, ja, weiß doch nicht, ob das das ist. Oder war es so von Anfang an wirklich dann der Moment, wo du gemerkt hast, okay, genau das und nichts anderes? Ich glaube, da habe ich nicht dran gezweifelt. Vielleicht noch einmal, wo ich dann einen Praktikumsplatz gesucht habe, weil wir sollten ein Praktikum auf der Baustelle machen. Und dann hat man das als Frau nicht gefunden. Dann habe ich so gedacht, okay, wer nimmt mich denn nachher? Aber das hat sich dann auch alles irgendwie geklärt. Das Ganze ist ja mittlerweile schon knapp 20 Jahre her, dass du angefangen hast. Oder schon mehr als 20, ne? Ja, 19. 19 Jahre her. Wie hast du denn damals so die Branche zu Beginn erlebt? Du meintest gerade schon, es war schon so ein bisschen schwer, da erstmal seinen Platz zu finden. Wie war das? Ja, wir kamen ja aus einer komischen Zeit. Da war ja der Bau eine sehr schwierige Phase. Wir haben... Es gab viele Insolvenzen. Wir hatten sehr viele Fachkräfte. Also es war eigentlich gar kein Platz für uns. Und dann war aber schon im Studium so die Tendenz zu erkennen, waren auch schon die ersten Professoren, die zu uns gesagt haben, ja, jetzt wartet mal ab, ihr seid nur noch 100 Studienanfänger. Das waren mal über 300. Und wenn ihr fertig seid, dann wird sich dieses Blatt wenden. Und tatsächlich war es auch so. Also wir wurden dann wirklich auch gleich genommen. Man hatte keine Probleme, einen Platz zu finden. Aber es war schon noch geprägt von starker Preiskampf. Das heißt, die Projekte waren hart umkämpft. Wir mussten auch als Bauleiter hart kämpfen dafür, um jeden Cent. Und natürlich waren die Leute auch noch sehr hart. Man hatte schon so ein bisschen das Gefühl, okay, die Zeiten waren hart und sie wurden dann aber tatsächlich ein bisschen besser. Und wahrscheinlich auch als Frau sehr männerdominiert zu der Zeit, oder? Ja, also nur. Die Frage am Anfang war, ja, wie ist das so als Frau auf der Baustelle? Die habe ich täglich, glaube ich, gehört. Hatte keine Antwort drauf. Da hatte man immer noch die beknackteste Frage der Welt. Und natürlich hat man auch ganz viele Situationen gehabt, die unangenehm waren. Also ich hatte auch mal, da war mein erstes Projekt dann zu Ende, hatten wir so ein Einweihungsfest, dann kam der Bürgermeister und hat sich echt ganz dreist zu meinen Jungs gesetzt und hat zu denen gesagt, jetzt sagt mal, wie ist das so, wenn man eine Chefin hat? Und ich dachte mir so, boah, ey, Und ich fand es ganz cool, mein Polier damals, mit dem ich echt sehr gut zusammengearbeitet habe, der hat nur gesagt, naja, jetzt aber mal ganz im Ernst, Angela Merkel ist Bundeskanzlerin, sind wir nicht schon ein bisschen weiter hier? Aber hat dich dann ja wahrscheinlich auch so über die Jahre dann auch stärker werden lassen? Total. Das härtet ab? die hat man gut gemacht und die hat man vor allem mit dem Team da draußen gut gemacht. Also das hat mich immer am meisten eigentlich motiviert und gestärkt, dass meine Baustellenjungs immer voll hinter mir standen. Ja, und es gibt dann wahrscheinlich auch umso mehr Rückenwind, wenn man dann halt überzeugen kann, wenn am Anfang so ein bisschen vielleicht auch ein kritischerer Blick darauf war, auch wenn man da gar nichts für kann. Also total, wie gesagt, und das war ja auch das, was irgendwie entscheidend war. Das Team war wichtig und ja, natürlich war es einem auch wichtig, dass Auftraggeber, Ingenieurbüros, dass man mit denen ein gutes Team das Gefühl hatte und dass sie gut zusammengearbeitet haben mit uns. Aber die haben tatsächlich, viele haben dann irgendwann auch umgeschwenkt und haben gesagt, naja, es ist schon auch angenehm. Also für viele war es wirklich so, Bauberatung, oh, eine Frau dabei und dann hat man das ein, zweimal gehabt und ganz viele haben dann gesagt, das ist ein ganz anderer Ton, wenn eine Frau dabei ist und dann fanden sie es sehr gut. Wenn ich jetzt heute so auf die Baustellen schaue, wie sieht es da so aus? Hat sich das auch so ein bisschen gewandelt über die Jahre oder würdest du sagen, das ist immer noch eine sehr männerdominierte Branche? Es ist immer noch sehr männerdominiert, gerade natürlich auch was draußen unsere gewerblichen Mitarbeiter angeht. Das sind natürlich überwiegend Männer. Ich habe da keine Frau bis dato erlebt. Im Büro und auch in der Bauleitung an sich hat es sich gewandelt und das ist auch gut. Da ist es definitiv normaler geworden. Aber immer noch nicht ganz ausgeglichen wahrscheinlich? Nee, also unsere Quote ist nach wie vor nicht sehr hoch. Und was mich so ein bisschen erschreckt, sie wächst leider auch nicht so schnell, wie ich mir es wünschen würde. Was müsste da deiner Meinung nach passieren? Ja, also wenn ich so von mir selber denke, dann ist natürlich ganz klar das Thema Flexibilität, die mir sehr stark geholfen hat, dass das bei mir gut funktioniert hat, dass ich das immer alles unter den Hut gebracht habe, auch was ich gemacht habe. Ich habe tatsächlich auch neben der Arbeit nochmal studiert. Ich habe nochmal ein Fernstudium gemacht. Und schon da fing das eigentlich an, dass ich so den Rückenhalt bekommen habe von meinem damaligen Vorgesetzten, der wirklich gesagt hat, ja, du kriegst auch die Freiräume, dass du das umsetzen kannst. Und das wünsche ich mir natürlich auch, wenn man Mutter wird, dass man da eigentlich auch diese Freiräume kriegt und dass auch vor allem mit einem gesprochen wird, wie kann man das umsetzen. Und auch das habe ich erlebt. Also mein Vorgesetzter hat zu mir gesagt, der hat mich gefragt, wie möchtest du es machen? Dann habe ich ihm meinen Plan vorgestellt und dann hat er gesagt, wenn du das so möchtest, für ihn umsetzen. Selber hat er auch gesagt, er hat das noch nie gehabt, noch nie gemacht. Für ihn ist es neu, wie für viele wahrscheinlich. Und auch diese Skepsis müssen wir irgendwie überwinden. Wir müssen einfach sagen, okay, was können wir tun, damit wir da alle weiterkommen bei dem Thema. Vor allem bist du ja auch glücklicherweise mittlerweile selber in der Position, wo du dann wiederum andere dann bei dem Weg unterstützen kannst. Genau, das ist mir auch wichtig. Also ich möchte wirklich zeigen, dass das geht. Ich möchte auch gerne jedem Menschen, sagen, wie ich das geschafft habe, was ich für mich selber als Game Changer hatte, um einfach den Weg für andere auch zu ebnen. Weil das Bild ist definitiv so, und das ist das, was ich auch erlebt habe, auch mit diesen Fragen, man wird ja selber unsicher. Und diese Unsicherheit, auch immer wieder das Thema, das geht alles nicht, Bauleitung, Mutter, das geht nicht. Ja, dann springen uns die jungen Frauen ja schon weg, bevor die überhaupt angefangen haben. Ich habe auch Freundinnen, die sind bewusst aufs Amt gegangen mit dem Thema, die Kann ich in Teilzeit arbeiten, in allen Stunden an Zahlen? Und das Bild möchte ich für uns, für unsere Strabag eigentlich weg haben. Zu sagen, das geht. Aber es braucht den Vorgesetzten, der das auch mit unterstützt. Ja, Frau Müller, bist du ja auch ein tolles Beispiel zu sagen, es geht ja anscheinend wirklich. Genau, es geht wirklich. Und es kommen viele Faktoren zusammen, ganz klar. Die muss man auch miteinander besprechen. Das ist auch ein Typ. den es dafür braucht, auch von unserer Seite, aber auch natürlich auch von der vorgesetzten Seite. Da müssen viele Faktoren zueinander kommen und das muss man offen und ehrlich miteinander besprechen. Was ich jetzt so auf deinem Lebenslauf betrachte besonders spannend finde, ist dann das Kapitel mit der Schweiz. Da ging es ja dann für dich danach hin. Erzähl doch mal ein bisschen, wie genau war das? Und auch da warst du ja dann als Frau noch so ein bisschen was Besonderes, sage ich mal. Ja, genau. So kann man das sagen. Also das Kapitel war für mich auch sehr spannend, vor allem, Weil das nochmal kam, was ich vorhin schon mal kurz erzählt hatte, dass ich wirklich ein tolles Baustellenteam hatte. Und wir hatten ein Projekt zusammen gemacht und als unser Chef fragte, weil wir gerade nicht so viele Aufträge in Deutschland hatten, wer denn von uns bereit wäre, in die Schweiz zu gehen für ein Projekt. Da gab es ein Datum, wo es dann hieß, bis dahin sollen wir uns bitte entscheiden, sollen uns melden. Und ich kam an dem Tag auf die Baustelle und dann kam ein Polier bei mir rein und sagte, Also Martina, das ganze Team würde eigentlich wirklich gerne in die Schweiz gehen, aber wir sind uns eigentlich alle einig, dass wir das nur mit dir machen wollen. Und dann war das halt wieder für mich so ein Thema, wo ich so gedacht habe, ja natürlich, dann machen wir das. Und ich hatte es für mich selber auch entschieden, habe gesagt, ja, ich möchte das auch. Dann sind wir als komplettes Team darüber. Und natürlich war das etwas schwieriger. Die Schweiz ist nicht gerade das Land, wo man es besonders einfach hat als deutsche Baufirma. Und Viele haben natürlich auch das Thema Frau kritisch begutachtet. Also der von der Stadt Zürich, das war eines der ersten Sätze, die er zu mir gesagt hat. Das hat er noch nie erlebt, eine Frau auf der Baustelle. Und ich stand nur so da und habe gedacht, jetzt bin ich wieder drei Jahre zurückversetzt. Das haben mir vor drei Jahren auch schon ganz viele Menschen erzählt. Aber mit der Erfahrung, die ich schon hatte, habe ich dann einfach gedacht, okay komm, du machst das wie immer und du zeigst es denen einfach, dass das geht und dass das eigentlich keinen Unterschied macht. Genau, dann hast du dir auch da über die Jahre wieder den Respekt quasi erarbeitet, bist mittlerweile hier in Bremen. Wie hat sich denn auch so dein Führungsstil über die Jahre vielleicht gewandelt? Also er hat sich gewandelt, glaube ich nicht. Er hat sich weiterentwickelt. Aber ich glaube, und das ist das, was mich damals schon ausgezeichnet hat, weswegen, glaube ich, auch ich mit dem Baustellenteam immer super gearbeitet habe. Ich bin jemand, ich arbeite natürlich sehr auf Augenhöhe. Das ist mir wichtig. Für mich ist das Team auch wichtig. Das ist keine Show, die ich hier alleine mache. Ich brauche alle meine Mitarbeiter dafür. Und ja, das ist mir wichtig. Das war mir auf der Baustelle schon immer sehr wichtig. Ich habe auch schon, wenn es mal knifflig wurde, bautechnisch auch mal alle Jungs reingeholt, selbst denjenigen, der nur das Material durch die Gegend gefahren hat und habe gesagt, so, jetzt haben wir hier ein Problem und dann müssen wir eine Lösung finden. Und das schätzen, glaube ich, alle an mir, dass ich das kann, dass ich einfach immer wieder sage, okay, jeder kann an der Lösung mitarbeiten. Und das ist eigentlich mein Führungsstil. Ich gebe das Ziel vor, ich gebe auch die Richtung vor. Wenn ich sie schon sehr genau habe, gebe ich sie etwas genauer vor. Aber wenn nicht, dann sage ich das aber auch. Dann sage ich so, jetzt ist hier ein Ziel und das müssen wir erreichen und es kann jeder seine Idee mit einbringen. Und mir ist es wichtig, dass alle, die daran mitarbeiten, auch eine Möglichkeit haben, sich zu entwickeln. Das ist mir ganz, ganz wichtig. Von was für Teams sprechen wir da? Wie groß sind die ungefähr? Ja, auf den Baustellen, wie gesagt, habe ich angefangen, dann hatte man so drei, vier Arbeiter draußen. Das kam aber bei den Großprojekten nachher, das waren dann nachher auch um die 20. Und wie gesagt, jetzt natürlich als Bereichsleiterin habe ich hier ein Team von 130 Mitarbeitern, sowohl Angestellte im Büro wie auch draußen auf dem Baustellengewerbe. Jetzt haben wir ja gerade schon so ein bisschen über deinen Führungsstil gesprochen, da sind ja wirklich eine ganze Menge Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, wenn du da von um die 130 sprichst. Gibt es denn da auch heute was, was du vielleicht ganz bewusst anders machst als jetzt noch vor ein paar Jahren? Nein, das gibt es nicht. Im Gegenteil, also tatsächlich hatte ich letzte Diskussion in einem Führungstraining, wo ich selber für mich gesagt habe, was mich tatsächlich selber an mir stört, ist, dass ich sehr emotional bin. Ich bin jemand, ich zeige es, wenn ich mich freue, ich zeige aber genauso, wenn ich mich ärgere, wenn ich enttäuscht bin. Und tatsächlich wünscht man sich das ja, wenn man 130 Leute irgendwie anleitet, dass nicht jeder in deinem Gesicht ablesen kann, was gerade mit dir passiert. Und dann habe ich das erzählt und gesagt, das würde ich gerne abstellen. Und dann hat der Coach zu mir gesagt, Tina, aber das bist doch du, wenn du das abstellst. Das ist doch eines deiner Stärken gleichzeitig. Genau, und er hat auch gesagt, das ist meine Stärke oder ich würde es als Stärke sehen und dann habe ich für mich gedacht, okay gut, dann ist das jetzt so und vielleicht muss man sich auch selber immer wieder hinterfragen und sagen, natürlich gibt es Situationen, die man vielleicht besser meistern kann, das ist immer wichtig und richtig, dass man sich dahinter fragt. Aber der Typ an sich, ich selber, ich bin so wie ich bin und ich glaube, ich sollte mich Jetzt sind wir gerade wirklich nur so ein paar Meter entfernt von deinem Büro. Wir sind hier gerade im Besprechungsraum. Wie sieht denn so ein typischer Arbeitstag bei dir aus? Nimm uns mal mit. Das ist so unterschiedlich. Heute mache ich einen Podcast. Morgen habe ich tatsächlich einen sehr freien Tag. Da ist nicht besonders viel los. Da sind morgens zwei Besprechungen. Aber dann geht die Woche etwas stressiger los. Dann geht es ab nach Hannover. Da habe ich mehrere Termine mit Anliegern, wo wir ein Projekt umsetzen wollen. Dann fahre ich von dort aus weiter nach Potsdam. Da ist quasi mein zweites Büro, also eine Niederlassung in Potsdam, wo Mitarbeiter von uns sitzen. Da geht es dann darum, dass wir die ganzen Projekte für dieses Jahr nochmal durchgehen, dass wir unser Jahr ein bisschen durchplanen, dass ich natürlich Mitarbeitergespräche nochmal führe von Mitarbeitern, die wir ein bisschen fördern wollen. Und dann geht es Freitag wahrscheinlich vielleicht ins Homeoffice, wenn ich Glück habe. Wenn nicht, dann werde ich nochmal hier nach Bremen fahren und bis in die Woche nach. Also reist du da schon im Jahr ordentlich Kilometer? Ja, definitiv. Jetzt haben wir gerade schon mal so ein bisschen über Frauen im Bau und auch im Management gesprochen. Und du hast ja auch gesagt, dass es schon mehr geworden ist, aber jetzt auch bei weitem immer noch nicht 50-50, sondern immer noch ziemlich männerdominiert. Was würdest du sagen, aus deiner Sicht, woran liegt das, dass das auch heute immer noch so ist? Also man sieht es so ein bisschen an der Tendenz, das, was ich ja auch selber durchlebt habe, dass ich ins Kaufmännische gewechselt bin, weil es einfacher ist, weil wir die Termine besser planen können. weil man nicht so unter diesem Druck steht, auch so viel unterwegs zu sein, so wie ich das jetzt natürlich habe. Und wie gesagt, da ist natürlich das Thema, ja, wie können wir das erreichen, dass wir nicht nur im Kaufmännischen die Frauenquote erhöhen, sondern dass wir sie vor allem auch im technischen Bereich erhöhen. Und da war für mich wirklich dieser Knackpunkt, dass ich sehr flexibel arbeite. Also das, was ich jetzt gerade auch schon gesagt habe, wie die Woche gestaltet ist, das ist mir natürlich wichtig, dass ich mir dann auch, wenn ich mal merke, ich habe ein bisschen Zeit, dann möchte ich sie auch für die Familie da sein. Und dann möchte ich auch mal meinen Kindern sagen, so heute ist die Mama mal zu Hause und die macht dann bestimmt auch nochmal Telefongespräche oder hackt sich nochmal eine Teams-Mietung ein, aber sie ist da und das ist mir wichtig und das ist für mich der Knackpunkt, warum wir das nicht schaffen, weil wir auch nicht schaffen, das zu kommunizieren, dass das möglich ist. Und wie gesagt, wir haben viele Leute, die dem skeptisch gegenüberblicken, auch gerade in den Führungsebenen, da kriege ich das auch immer wieder gesagt, dass Frauen nicht flexibel sind, also es wird ja einem negativ ausgelegt. wo man sagen muss, aber auch da wieder ist es vielleicht auch nicht eine Stärke, wenn man das alles unter einen Hut kriegt, wenn man die Flexibilität hat und trotzdem den Job genauso gut meistert wie die männlichen Kollegen, die vielleicht sagen, jo, ich mache jeden Tag das gleiche Programm von 7 bis 18 Uhr. Also wenn wir drauf schauen, was sich da ändert, müsste strukturell, würde ich zu sagen, vor allem so diese Hürden abzubauen und das wirklich auch dann auf Augenhöhe zu betrachten, dass dann wirklich Frauen auch komplett als gleichwertig gesehen werden und es halt nicht zum Nachteil ausgelegt wird. Also definitiv, dass die Diskussion, dass das ein Nachteil ist und wie gesagt auch immer wieder sich schon im Vorfeld Gedanken gemacht, also bei mir war das ja auch so, ich war noch nicht mal schwanger, es war noch nicht mal ein Kind irgendwie geplant. Ich habe eigentlich nur gesagt, dass ich heirate. Schon da hat mein Vorgesetzter damals gesagt, da müssen wir jetzt aber gucken, wie wir dich von der Baustelle da wegkriegen. Natürlich ist das so und das war mir auch bewusst damals, man war auf Montage. Also ich habe jetzt nicht gesagt, dass ich das nicht hätte... Also ich fand das schon gut und ich glaube, es war auch der richtige Weg für mich. Ich würde das heute aber nicht mehr machen. Also wenn heute eine Bauleiterin zu mir kommt mit zehn Jahren Berufserfahrung, da würde ich ja nicht sagen, oh, du musst mal gucken, dass wir für dich einen anderen Job finden. Nein, weil da geht ja viel verloren. Die Frage wäre auch, ob das bei einem männlichen Kollegen genauso gegangen wäre oder angebracht worden wäre von einem Vorgesetzten. Genau, also das definitiv nicht. Und selbst da muss ich wirklich sagen, kriege ich schon Fälle mit, wo ich wirklich sage, wir müssen uns aber trotzdem auch da bewegen. Die Zeit wird sich ändern. Ich finde das auch gut, weil das ist ja auch ein Punkt zu sagen, auch ich kann es ja nur machen, weil ich einen super tollen Mann hinter mir habe, der das erstens immer unterstützt hat, aber auch mit dem ich mich super gut abstimmen kann, was das Thema angeht. Jetzt treffen wir uns ja auch ausgerechnet mit dir, weil du halt auch wirklich so ein Vorbild bist. Was würdest du denn sagen, wie wichtig sind auch Vorbilder, wie du es bist? Um das auch vielleicht gewerkschaftlich so ein bisschen mehr noch zu verankern, auch in den Köpfen von jungen Mädchen jetzt auch gerade überlegen, was sie nach der Schule machen sollen. Also ja, Vorbild, vielleicht nenne ich es lieber Beispiel. Ich finde, wir können es ruhig Vorbild nennen. Natürlich war das für mich auch immer wichtig. Und ich habe tatsächlich auch schon, als ich damals angefangen habe, da war ich zwei Jahre im Berufsleben, haben wir uns schon in meiner damaligen Firma, das wurde aber initiiert von unserem Geschäftsführer, gab es schon mal so eine Frauenvernetzungsgruppe, wo mir tatsächlich auch zwei berufstätige Mütter mal ihren Weg erzählt haben. Und das ist einfach wichtig, weil dadurch hat man natürlich eine Vorstellung bekommen, wie haben andere das gemacht oder wie geht das auch und was gibt es für Möglichkeiten. Und das ist mir wichtig. Also ich möchte wirklich da schon betonen, ja, es ist mein Weg. Jede Frau, glaube ich, wird ihren eigenen Weg gehen müssen. Aber zu zeigen, wie es gehen kann und auch Ideen auszutauschen und wie gesagt auch zusammen was zu bewirken, das wäre mir halt wichtig, das brauchen wir. Was würdest du vielleicht auch gerade jetzt nochmal, um auf diese Vorbildrolle zurückzukommen, jungen Mädchen auch raten, die jetzt gerade so ein bisschen Richtung Abitur gehen oder generell Richtung Schulabschluss und auch gar nicht so ganz wissen, in welche Richtung sie wirklich gehen wollen? Ja, ich würde sagen, also sie müssen natürlich wissen, was sie selber vorhaben, was sie machen wollen, aber natürlich auch, wie sind sie vom Typ her und ich habe auch einige Kolleginnen gesehen, wo mir klar war, das ist kein Baustellen-Typ. Dann kann ich auch nicht sagen, mach das. Weil das ist schon definitiv etwas, wir beschäftigen uns da mit vielen Themen, das ist sehr männerdominiert. Das heißt, du bist in der Minderheit. Minderheit heißt immer, dass du natürlich dir auch mal Dinge anhören musst. Wir reden über sexuelle Belästigung viel. Das sind schon so Themen, die sind unangenehm. Und da brauche ich ein gutes Standing von mir selber. Und deswegen ist nicht jede Person dafür geeignet. Aber ansonsten würde ich sagen, ist das ein toller Job, herausfordernd, spannend, immer abwechslungsreich. Jetzt hast du gerade schon gesagt, man muss da so ein bisschen der Typ sein. Was muss man denn so für Eigenschaften mitbringen? Ja, wie gesagt, ich glaube, man muss ein gutes Standing von sich selber haben. Man muss definitiv ein gutes Selbstbewusstsein haben, die Dinge auch auszuhalten. Man darf auch sensibel sein. Also ich bin selber auch sehr sensibel. Aber ich glaube, man muss da wirklich den Weg finden zu sagen, okay, dann zeige ich das auch. Das war auch immer so mein Weg. Deswegen habe ich das vorhin mal kurz gesagt. Ich würde es manchmal nicht so gerne zeigen. Aber vielleicht ist es ja auch richtig, dass man es zeigt. Weil die Gegenseite, die sind ja nicht böse. Das ist ja eigentlich ein gutes Team, was man hat und wo man gerne miteinander arbeiten will. Aber Männer sind halt in einigen Punkten anders da. Und deswegen ist das wichtig, glaube ich, dass sie das auch verstehen, dass wir auch unsere Eigenarten haben und dass das zueinander finden Wie gesagt, für mich selber glaube ich einfach, wenn man so einen Weg gehen will, wie ich den gemacht habe, dann ist es immer natürlich sehr hilfreich, wenn man sehr zielstrebig ist und wenn man weiß, was man möchte und wenn man auch keine Scheu hat, das zu sagen, was man möchte. Also dann auch zu dieser Punkt, für sich selber einzustehen. Für sich selber einzustehen und natürlich auch zu wissen, wo soll der Weg mich hinführen und habe ich einen Plan und am besten ja noch einen Plan B dahinter, dass mir ein Plan A nicht funktioniert. Aber wie gesagt, ja klar, definitiv für sich einzustehen. Aber hättest du vor 20 Jahren mal gedacht, dass du dann auch mal hier in der Position sitzt? Oder wie war damals deine Vorstellung, wo es für dich hingeht von deinem Weg? Nee, ich glaube, ich hätte vor 20 Jahren wirklich gedacht, Bauleitung war definitiv mein Traumjob. Und deswegen hätte ich gedacht, ich bleibe da, dass das heute weitergeht. zeigt vielleicht ein bisschen, dass ich auch durchaus zu den Bauleitungsqualitäten auch noch andere Qualitäten habe und ich tatsächlich auch immer jemand hatte, der mich sehr gut gefördert hat, der wie gesagt vieles mit mir auch zusammen gemacht hat, gerade bei dem Thema Vereinbarkeit, Familie, Beruf, war das wirklich sehr, sehr hilfreich, dass natürlich jemand da war, der mich da auch unterstützt hat und der gesagt hat, naja, wir machen das einfach. Wie gesagt, aber würde mich heute jemand fragen, ich würde auch wieder Bauleitung. Was hat dir am meisten Spaß gemacht an der Bauleitung? Ja, dass man draußen einfach mit dem Team zusammenarbeitet. Und das sind wirklich ganz tolle Jungs, muss ich wirklich sagen. Immer und immer wieder habe ich da ganz viele tolle Erfahrungen, Feedbacks auch bekommen. Hatte vielleicht wirklich das große Glück, das auch gerade von, als ich angefangen habe, einen Polier an meiner Seite hatte, den ich auch alles fragen konnte, der mir alles erklärt hat, wo ich auch nicht gescheut habe zu fragen. Das ist vielleicht auch sehr wichtig. das muss man auch, man muss die Erfahrungen mitnehmen, die halt die älteren Kollegen haben und darf sich da nicht als Chef da draußen fühlen im ersten Moment, sondern muss wirklich sagen, okay, man ist ein Team und dieses Team haben wir und ich bin der Chef des Teams, ja, ich muss auch mal Grenzen aufzeigen, aber ich muss definitiv das Team so leiten, dass jeder an seiner Stelle die beste Leistung bringt und das hat mir unheimlich geholfen und dieser Polier, der war damals für meine Verhältnisse relativ jung, also er war 40, ich war 24 und ich glaube, er hat das selber dadurch auch durchlebt. Er war halt ein junger Polier und hat aber sein Standing auch schon gehabt und hat mir das eigentlich auch so mitgegeben und so, glaube ich, sind wir zusammen da ganz stark geworden. Und kannte das dann wahrscheinlich auch schon so dieses Gefühl, sich durchsetzen zu müssen und vielleicht auch am Anfang Probleme damit zu haben, komplett ernst genommen zu werden, wie vielleicht dann ältere Kollegen in seinem Beispiel. Genau, also das Thema haben wir heute auch immer und immer wieder, dass wenn wir junge Leute, wir bilden selber aus, wir fördern die auch weiter, wir wollen ja auch, dass die Richtung Polier gehen oder auch Vorarbeiter. Genau, dann hat man diese Situation, dass man als junger Mensch vor einer Mannschaft steht, die mit viel mehr Berufserfahrung daherkommt, die sich auch ja nicht immer gerne was sagen lassen, da muss man ja auch dazu sagen. Das ist ja auch eine Schwierigkeit, wie bringe ich das rüber und wie bringe ich es, glaube ich, so rüber, dass der andere nicht das Gefühl hat, jetzt kommt jemand, der erklärt mir die Welt, sondern zusammen kreieren wir die Welt und das ist wichtig. Ich habe die nächste Kategorie für dich dabei und die heißt so. Wo siehst du denn so die Baubranche, um jetzt mal so ein bisschen allgemeiner zu werden, in zehn Jahren? Zum einen fachlich, aber auch so kulturell gesehen. Ja, wir stehen gerade tatsächlich vor vielen großen Themen. Der Bau ist als CO2-Schleuder bekannt. Also wir müssen da definitiv Richtung Klimaschutz was tun. Das werden wir auch machen. Und für mich selber habe ich ganz klar erkannt, Das Thema Kreislaufwirtschaft, Recyclingbaustoffe, das wird wichtiger werden und da werden wir auf jeden Fall mitarbeiten. Das geht dann im Hochbau auch weiter Richtung Bauen im Bestand. Und wenn man Richtung Hochbau guckt, ist es definitiv auch so, dass wir natürlich merken, Wohnraum ist teuer, es fehlt Wohnraum, wir müssen seriell bauen, wir müssen kostengünstiger bauen. Da wird der Bau sich definitiv weiterentwickeln müssen. Und wenn man so Richtung unsere Mitarbeiter guckt, Fachkräfte guckt, wird es definitiv so sein, wenn man das glauben kann, dann soll die KI ja einiges unterstützen. Das heißt, wir werden vielleicht mit weniger Personal zumindest im Büro auskommen müssen. Draußen auf den Baustellen sehe ich das noch nicht so. Und dann werden wir aber natürlich auch gute qualifizierte Mitarbeiter brauchen. Und das heißt, das ganze Team wird diverser werden. Jetzt hast du gerade auch schon KI angesprochen. Und passend dazu haben wir eine Frage von unserem Vorgast. Sie haben Post. Ja, mein Name ist Olaf Lies. Ich bin Ministerpräsident in Niedersachsen und ich habe eine Frage, die mich wirklich fasziniert. Der Einsatz von KI im Alltag, ist das eigentlich schon Normalität oder muss man sich manchmal dazu zwingen, Anwendungen wie ChatGPT zu nutzen? Das ist eine gute Frage. Also für mich ist es keine Normalität. Es ist, glaube ich, auch nicht gut, dass es keine ist. Ich sollte da etwas besser werden. Das steht auch auf meiner To-Do-Liste. Natürlich Wo ich es jetzt schon eingesetzt habe, habe ich natürlich die Vorteile gemerkt. Es ist auch wichtig, dass wir das tun. Selber habe ich tatsächlich irgendwann auch mal für mich entschieden, meine Kinder sind sechs und acht. Da reden wir ja auch viel darüber, auch gerade in der Schule. Und da habe ich gedacht, da finde ich es definitiv nicht gut. Und ich möchte eigentlich, dass es auch da vielleicht eine Regelung gibt, ab wann wirklich in den Schulen damit angefangen wird. Weil ich finde, in dem Alter sollten Kinder wirklich noch versuchen, die Dinge sich selber zu erklären. rauszufinden, rauszugehen, sich das selber erarbeiten und nicht in ihr Handy sprechen, weil ich sage mal, die KI ja durchaus ihre Grenzen hat und das wissen wir ja mittlerweile und ich finde es dann einfach schade, weil Kinder so viel aufnehmen, so viel lernen und wenn wir dann natürlich Dinge denen beibringen, die eine KI erstellt hat und nicht richtig sind, ich glaube, dann haben wir für die Zukunft hier andere Themen. Ich finde es auch vielleicht gar nicht so gut für diese Neugier, wenn Fragen immer zu schnell beantwortet werden. Also dass man sich vielleicht auch mal eher auf die Suche machen muss, okay, ich finde jetzt den Vogel total interessant, wie finde ich den vielleicht nochmal wieder? Also vielleicht macht es das KI dann auch fast ein bisschen zu einfach, habe ich manchmal das Gefühl, dass dadurch so diese Neugier dann auch kaputt geht. Genau, also ich finde, wie gesagt, diese kindliche Neugier, die sollten wir uns erhalten, solange wie es geht und wir sollten genau auch das, dass sie wirklich auch diesen Weg dahin finden, das ist mir auch immer wichtig. Eben nicht gleich sagen, ah ja, die Lösung ist ja total easy, ich frage ja einfach die KI, sondern Wie komme ich da hin? Wie kriege ich diese Informationen? Wo kriege ich sie her? Das brauchen wir. Das brauchen wir für alle, die hier arbeiten. Weil tatsächlich merke ich das auch immer wieder in meinem Team, wo wir vorhin das Thema Führung hatten, wo ich wirklich auch sagen möchte, ich möchte ja, dass meine Mitarbeiter Ideen entwickeln und dass sie sich dadurch auch weiterentwickeln. Das ist ja ganz wichtig. Und wie gesagt, deswegen ist die KI auch bei uns im Büro schon ein Thema, wo ich immer wieder sage, ja, könnt ihr machen. Aber bitte berücksichtigt dabei, das zu hinterfragen, eure eigenen Ideen auch weiterhin mit einzubringen. Aber gerade so in der Baubranche, was sind da so die Felder, wo man das besonders gut vielleicht auch nutzen könnte? Ja, wir sind jetzt gerade dran. Das neueste Thema ist wirklich tatsächlich im Bereich der Kalkulation, dass man wirklich sagt, okay, kann man vergleichen, da ist eine Position ausgeschrieben, da wurde das mal so kalkuliert und jetzt kommt der nächste Punkt, das nächste Angebot, wo wir kalkulieren und dann vergleicht die KI miteinander, ist das schon ausgeschrieben gewesen mal bei einem anderen Projekt und können wir das einfach so übernehmen. Das ist etwas, wo ich wirklich sage, ja, da vergleichen sie ja nur Fakten miteinander und übernehmen das dann einfach, was wir mal kalkuliert haben, dass, wie gesagt, alles zu hinterfragen ist, aber definitiv kann es eine Vereinfachung sein. Ja, oder auch so Inhalte runterzubrechen, finde ich zum Beispiel total gut oder nochmal so über Mails rüberzugehen, auch da, um so ein bisschen zu gucken, nicht, dass da irgendwelche Formfehler drin sind. Dafür kann es ja auch schon dann wirklich einfacher sein. Jetzt haben wir gerade schon ganz viel über deine Laufbahn gesprochen. Schweiz, Deutschland, Karlsruhe, war ja alles mit dabei. Gibt es denn eine Entscheidung auch wirklich, auf die du besonders stolz bist, wenn du jetzt so darauf zurückschaust? Ja, ich glaube, die Entscheidung wirklich ganz am Anfang, mich davon nicht beirren zu lassen, dass jeder gesagt hat, dass das sehr schwierig wird, Bauleitung als Frau, dass das zu hart ist, dass man das nicht lange durchhält und dass ich trotzdem gesagt habe, ich mache das aber, weil ich das wollte. Und dass ich das bis heute nicht bereut habe. Man merkt auch so richtig, dass du so Motivation hast, dass du da so richtig verbrennst. Was gibt dir da so jeden Tag aufs Neue wieder so die Energie auch für, dass du da immer noch so verbrennst wirklich? Ja, weil die Projekte einfach super interessant sind, weil es einfach auch immer wieder sehr viel Spaß macht, mit den Leuten zu arbeiten. Sowohl das Team draußen von unseren Baustellen, aber natürlich Auftraggeber, Ingenieurbüros, alle, die da mitwirken, dass das Projekt zum Erfolg kommt. Das sind unterschiedliche Charaktere, das sind unterschiedliche Hintergründe, da eckt man auch mal aneinander, aber das gehört dazu und das macht mir einfach Spaß. Jeder Tag ist auch anders da, das macht mir auch sehr viel Spaß. Also ich liebe das, wenn ich die Herausforderungen habe und auch mal vor Dingen stehe, die bis dato in meinem Leben noch nicht vorgekommen sind und dann aber auch einfach sagen muss, okay, packen wir es an und das bewältigen wir. Gibt es da so ein Projekt, auf das du besonders gerne zurückblickst? Was irgendwie so ganz... besonders für dich war oder was dann einfach vielleicht auch ein sehr großes Projekt war? Ja, tatsächlich, das ist eines meiner ersten Großprojekte gewesen, wo es tatsächlich auch klar war, wir haben den Auftrag bekommen und das, was ich vorhin schon mal gesagt habe, ich hatte mein Baustein-Team und das war klar, dass die dieses Projekt abwickeln und unser Bereichsleiter damals hat gesagt, ja, für dich ist das zu groß, du machst das bitte nicht, das geht nicht, du kannst das noch nicht. Ja, und dann zwei Monate, nachdem das Projekt gestartet war, hat der Bauleiter gekündigt und plötzlich stand der gleiche Chef wieder bei mir und sagte, jetzt müsstest du es dann doch machen und dann habe ich das gemacht und ja, das ist, wie gesagt, da springt man so ein bisschen ins kalte Wasser und natürlich hat man selber manchmal Respekt vor dem, was man da tun soll, vor der Größe der Mannschaft, das Auftragsvolumen, die Komplexität des Bauwerkes, aber das ist so ein tolles Bauwerk, da fahre ich heute noch gerne hin, das ist bei Stuttgart, habe auch meine Kinder das schon gezeigt, die stehen zwar davor und sagen, Mama, das ist nur ein Seebauwerk, ich sage, ja, aber das ist sehr viel mehr. Also hat es offensichtlich geklappt. Es hat geklappt und wie gesagt, das hat mich immer bestärkt darin, dass man da keine Angst vor haben darf. Man soll mit allem Respekt an die Projekte rangehen, aber das Thema, dass man wirklich diese Herausforderung annehmen muss, wenn man auch irgendwie für sich sich weiterentwickeln möchte und das ganze Team weiterentwickeln möchte, das hat mir das gezeigt. Es hat großen Spaß gemacht. Wir kommen leider langsam schon zur letzten Frage und das zielt auch schon so ein bisschen auf die Richtung ab. Und zwar nur deiner jüngeren Version nochmal, bevor sie das erste Mal eine Baustelle betritt, einen Rat geben könntest. Welcher wäre es? Ja, dass man immer offen sein soll für die Menschen, die da arbeiten, sich auch wirklich immer mit denen unterhält und wirklich sagt, okay, wie schätzen sie manche Situation ein, wie sollte man an manche Punkte rangehen. Man sollte wirklich die Erfahrungen nutzen, die da draußen sind, weil da sind, wie gesagt, Mitarbeiter, die so viel Erfahrung haben, Und das sollte man nutzen, da sollte man ganz offen sein und man sollte für sich selber aber natürlich wissen, okay, wo möchte ich hin, was ist mein Ziel, wo soll mein Weg mich hinführen. Ich fand das immer ganz wichtig. Super, schönes Schlusswort. Vielen Dank, Martina Haag, es hat großen Spaß gemacht. Ja, vielen Dank.

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